Blog des Europäischen Jugendforums
Geschwindigkeitsbegrenzung - ja oder nein?
Diese Frage stellte die Karl-Volkmar-Stoy-Schule/Jena am Freitag, den 23.Januar 2009, dem Plenum des Europäischen Jugendforums im Erfurter Landtag. Gegen unsere Erwartungen wurde sie mit 60 zu 40 % der Beteiligten abgelehnt. „Aber warum?“, fragten wir uns danach.
Schon in der Diskussionsphase stellte sich heraus, dass die Mehrzahl dies nicht billigte. Jedoch waren einige Gegenargumente, wie zum Beispiel „Meine Freundin rast auch immer und hat noch keinen Unfall gebaut.“, sehr schwach und nicht adäquat zur Fragestellung. Trotzdem hörte man die Angst heraus, die „persönliche Freiheit“ zu verlieren, was natürlich nicht der Fall wäre. Auch ist der angebrachte kommerzielle Nutzen (in Bezug auf ausländische Sportfahrer) in Dtschl. sehr gering.
Wir können nicht nur die Industrie auffordern, intensiv Umweltschutz zu betreiben, sondern müssen auch selbst einen kleinen (für jedermann machbaren) Beitrag leisten, und dieser wäre mit 130 bis 160 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn schon geleistet. Man sollte also dieses Ergebnis der Abstimmung noch einmal gründlich durchdenken.
von Philipp Schreck, Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena
Geschrieben am 28.01.2009
Kommentare
- deutsche autos sind im ausland so beliebt, weil man damit hierzulande schnell fahren könnte
- deutsche autos sind nur sicher, weil sie auch für hohe geschwindigkeiten ausgelegt sind
- ausländer kommen zu uns zum schnellfahren
- man kann doch nicht noch das schnellfahren verbieten (aus welchen gründen auch immer)
- "sollen wir deutsche ein volk von kleinwagenfahrern werden?" wirstschaftsminister glos
jetzt gegenargumente:
- in deutschland gibt es auf einem großteil der strecken auch jetzt schon geschwindigkeitsbegrenzungen - die propagandamär 'freie fahrt für freie bürger' ist illusion
- ausländische autos verkaufen sich trotz dortiger geschwindigkeitsbegrenzungen und sind, obwohl nicht auf 250 km/h ausgelegt, trotzdem sicher
- je schneller die fahrt, desto länger der reaktionsweg: die unfallgefahr steigt rapide an
- meist sind es große, schwere limousinen oder eben sportwagen, die als raser auffallen. ein kleinwagen hat bei einem unfall keine chance. wer rast, riskiert das leben anderer, seltener das eigene!
- im ausland gibt es keine rennstrecken zum anmieten, die wesentlich weniger gefahr bieten als eine deutsche autobahn?
- wenn es keine geschwindigkeitsbegrenzung gibt, werden einige autohersteller weiter "aufrüsten" und effizienzsteigerungen beim motor nicht in spritspareigenschaften, sondern in zusätzliche PS stecken
- ab einer gewissen geschwindigkeit jenseits von 130 steigt die benötigte kraft zum beschleunigen und fahren und damit der spritverbrauch rapide an
- hohe geschwindigkieten auf autobahnen führen zu vermeidbaren und, wenn sie auftreten, schweren unfällen, dies wiederrum zu staus, die jede zeiteinsparung eines schnellen autos zum stillstand bringen
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